Quelle: Augsburg in Bürgerhand: Pressemitteilung, Augsburg, 26.03.2026
Kommunalwahl 2026: Sachentscheidungen sind notwendig – Augsburg in Bürgerhand bestätigt
Auf seiner erweiterten Vorstandssitzung am 25.3. hat Augsburg in Bürgerhand eine vorläufige Auswertung der Kommunalwahl vorgenommen und erste Beschlüsse gefasst:
Zwei Maßnahmen des zukünftigen OB Florian Freund unterstützen
Die vom designierten OB Florian Freund vorgetragenen Erstmaßnahmen werden von Augsburg in Bürgerhand unterstützt:
- die Rückkehr zum 5-Minuten-Tram-Takt
- die Umwandlung der Fuggerstraße zu einem Fugger-Boulevard mit entsprechender Begrünung
Diese Vorhaben stimmen vollständig mit den Forderungen von Augsburg in Bürgerhand überein. Wenn es dem zukünftigen OB ernst damit ist, müssen diese Projekte noch in diesem Jahr eingeleitet bzw. umgesetzt werden.
Sachentscheidungen statt Parteiabhängigkeit
Mit großem Interesse verfolgt unsere Bürgervereinigung die Überlegungen Freunds, zukünftige Beschlüsse des Stadtrats durch Mehrheitsfindungen zu fassen. In diesem Vorschlag liegt die Chance, überparteilich zu Sachentscheidungen zu kommen und die lemminghafte Abhängigkeit von Stadträten ihren Parteien gegenüber zu durchbrechen. Denn eigentlich haben die gewählten Stadträte dem öffentlichen Wohl zu dienen und nach der eigenen Überzeugung zu handeln und nicht den Machtvorgaben ihrer Parteien. Wird es der neue OB tatsächlich wagen, seinen Versprechungen Taten folgen zu lassen?
Auch bei der Wahl der zukünftigen Referenten sollte dieses Grundprinzip der bayerischen Gemeindeordnung gelten. Die zukünftigen Referenten sollten keine willfährigen Parteigänger sein, denen meist die fachliche Kompetenz ihres Aufgabengebietes fehlt, sondern aus parteiunabhängigen Experten bestehen.
Vertrauensverlust durch Beteiligung entgegenwirken
Der neue Augsburger OB wurde zwar überraschend eindeutig gewählt, letztendlich aber nur von knapp über 20 % der Wahlberechtigten. Der Vertrauensverlust der Menschen gegenüber Parteien und ihren Vertretern schreitet weiter voran. Das spiegelt sich massiv in dem drastischen Stimmenverlust von Schwarz-Grün von zusammen über 12 % und in der Zersplitterung des zukünftigen Stadtrats in 13 Parteien/Gruppen wider. Es gelingt kaum noch, regierungsfähige Mehrheiten zu schaffen. Auch deshalb sollten überparteiliche Mehrheitsfindungen gesucht werden. Die Parteien repräsentieren längst nicht mehr die Mehrheit der Stadtgesellschaft. Um den inneren Zusammenhang der Stadtgesellschaft zu stärken, müssen Transparenz, Beteiligung und Bürgerwille ausgebaut werden. Augsburg in Bürgerhand fordert daher, dass zentrale Entscheidungen für die Stadt, besonders Zukunftsfragen, nicht allein vom Stadtrat behandelt, sondern den Augsburger Bürgern in Bürgerentscheiden vorgelegt werden.
Augsburg in Bürgerhand durch Wahl bestätigt
Augsburg in Bürgerhand geht gestärkt aus der Kommunalwahl hervor. Wir konnten bei der zweiten Wahlbeteiligung mit 1,9 % Zustimmung nicht nur den Prozentsatz der vergangenen Wahl bestätigen, sondern einen Stimmenzuwachs von ca. 16 % erreichen. Unser OB-Kandidat Bruno Marcon erzielte gar einen Stimmenzuwachs von 43 % gegenüber der letzten Wahl. Die Stabilität des Ergebnisses drückt sich vor allem darin aus, dass sich die Anzahl der Listenwähler gesteigert hat.
Die Stabilisierung unseres Wahlergebnisses ist deshalb bemerkenswert, da ein Großteil der Parteien, vor allem auch Kleinparteien, Verluste hinnehmen mussten. Die V-Partei3 verblieb nur um Haaresbreite mit einem Minus von 0,6 % auf jetzt 0,8 % im Stadtrat. Die ÖDP fuhr 1,5 % ein (-0,7 %), die FDP/Pro Augsburg verblieb nur noch bei 2,0 % (-2,1 %). Auch Die Partei konnte nur 1,3 % verzeichnen (-0,1 %). Die Resultate der „Gewinner“ AfD und Linke resultieren nicht aus einer Zustimmung lokalpolitischer Aktivitäten, sondern auf der Basis einer bundesweiten Zustimmungswelle. Generation Aux konnte mit massivem Material- und Geldeinsatz und einer besonderen „Vernetzung“ von Interessensgruppen deutliche Zuwächse verzeichnen.
Die drei großen Parteien haben gemeinsam Verluste von über 13 % zu registrieren. Angesichts dieser Konstellationen bleiben die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen und die Verteilung von Machtinteressen spannend.